Neues vom Schlafbaum
  • Sonntagsfragen

    Hin und wieder gibt es etwas, das ich nicht weiß. So wusste ich beispielsweise nicht, dass Spätkaufs/Spätkäufe/Spätis am Sonntag nicht geöffnet haben dürfen, auch nicht ganz spät. Über diesen Zustand und die dazugehörigen Gesetze wird nun diskutiertExterner Link, weil man sich in Prenzlauer Berg darüber im letzten Jahr etwas in die Haare geraten istExterner Link. Ich fände es interessanter, zu erfahren wie lange die Läden offiziell nachts aufhaben dürfen, gibt es doch sogar hier in der Gegend noch Läden, die fast rund um die Uhr aufhaben und immer sitzt der gleiche Typ hinter dem gleichen Tresen und vor dem gleichen Hintergrund. Ich gebe ja offen zu, dass auch ich zu den unmöglichsten Zeiten den Dienst dieser Läden in Anspruch nehme und wie in Berlin üblich geht es dabei natürlich um Bier. Hier wird also mit Sicherheit seit Jahren zugunsten durstiger Menschen geltendes Recht ignoriert.

    Jetzt bin ich in den letzten Jahren relativ pingelig geworden, wenn es darum geht, zugunsten von Gesellschaftsteilmengen geltendes Recht zu ignorieren, beispielsweise bei der Abkürzung über meinen Marktplatz und darum weiß ich gerade nicht ganz genau, wie ich dazu stehen soll. Ich bin aber hoffnungsvoll, dass die Politik in diesem Fall eine Regelung finden wird, die zu ihren Gunsten ausfallen wird. Es wird also irgendwann demnächst legal Alkohol zu jeder Tages- und Nachtzeit geben, denn wenn die Regierung an irgendetwas kein Interesse hat, dann ist es eine zeitweise nüchterne Gesellschaft.

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  • Bye, Hippie, bye

    Heute Nacht gegen drei Uhr ist der Lastwagen mit den zwei bis drei Leuten aus Spanien und Italien von dannen gezogen. „Schade“ beschreibt meine Reaktion nicht unbedingt, aber ich kann frei heraus sagen, dass er mich die letzten Tage eigentlich kein Stück mehr gestört hat. Ich habe sogar einiges aus diesem längeren Besuch gelernt:

    So zum Beispiel, dass der Spießer in mir garnicht so groß sein kann und dazu ein recht geduldig hinnehmender, also quasi Deutscher zu sein scheint.

    So auch, dass – nachdem die vier vom Wagen besetzten Parkplätze heute früh bereits wieder von Autos geflutet waren, die offenbar die letzten fünf Tage problemlos woanders unterkamen – sich Autofahrer und -parker immer exakt den Raum nehmen, den man ihnen gibt (und dass es demnach so wenig wie möglich sein sollte).

    Und so auch, wie sich die (alles andere als) armen Menschen fühlen müssen, die in der neuen Hafencity in Hamburg wohnen, wenn gerade mal wieder die AIDAluna vor dem Fenster vorbeikreuzt: Ich habe nach der nächtlichen Ausparkorgie eine halbe Stunde gebraucht, bis der Diesel wieder aus meinem Zimmer gezogen war.

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  • Hippies vs. Spießer

    Hippies

    Hippies

    Seit Sonntag steht vor meinem Balkon ein gelber LKW, in dem ca. drei Personen wohnen. Der Wagen ist laut Nummernschild aus Frankreich, mindestens eine Person aber aufgrund der vielen unnötig benutzten Silben und Wörter als Spanierin zu erkennen. Bis auf Sonntag Nacht verhalten sie sich unauffällig und stehen da eben einfach so rum, genießen am Tage vermutlich das aufregende und großzügige Berlin und pennen bis Mittags oder was Hippies eben so machen.

    Was mich an dieser Tatsache ärgert, bin ich. In mir regt sich nämlich der Spießer – derjenige, der versucht ist, sich deren Kopf zu zerbrechen: Wie kommt man darauf, sich direkt vor ein Wohnhaus zu stellen, Wohnzimmer zu verschatten, vier Parkplätze zu belegen und nachts nur mit einem Hochtöner schlechte Rapmusik zu hören? Einfach so in einer fremden Stadt? Und warum mache ich das nicht, beziehungsweise, warum kenne ich niemanden, mit dem ich das machen könnte, wenn ich es wollte, was ich nicht tue, aber es geht ums Prinzip…?

    Fragen über Fragen, die nicht geklärt werden. Ich könnte die Leute einfach fragen, aber ich rede nicht mit Fremden. Stattdessen freue ich mich, dass auch andere Anwohner langsam neugierig oder misstrauisch werden. Morgen ist dann Markt, da hat sich das alles sowieso erledigt, wenn die Querparker mit dem gemeinen Marktbesucher konfrontiert werden, der von Haus aus etwas weniger Geduld mit Andersartigen hat.

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  • Eigenartige Gegend

    Wilhelm-Külz-Str.

    Wilhelm-Külz-Str.

    Mann kann mich ruhig fragen, was ich in Stahnsdorf mache, denn die Antwort ist kein Bisschen peinlich: Ganz schnell durchfahren. Einen Moment lang musste ich heute aber innehalten, denn mir offenbarte sich erstaunliches: eine Matratzenladenfiliale, die nicht in einem Eckhaus ist. Es gibt sie also wirklich. Nun ist es zwar ein alleinstehendes Haus und hat daher ganz natürlicherweise viele Ecken, aber es liegt nicht an einer Straßenkreuzung und es hat seitlich keine Schaufenster. Ich teile gern ein Bild mit der Leserschaft und hoffe bei dieser auf ebensolche Begeisterung, wie sie mich überkam.

    Auch auf dem weiteren Weg nach Potsdam fand ich noch zwei Kandidaten, aber die haben eine Einfahrt oder kein Haus neben sich und erfüllen damit nicht ganz meine strengen Kriterien. Trotzdem komische Gegend, da draußen.

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